Dreigestirn bastelt neue Serie für Nachwuchs
Rüdiger, Tobias und Jan Seyffarth bauen Citroen Fahrzeuge zu Rennautos für junge Fahrer um.
“Motorsport, das ist mein zweites Leben.” Wenn Rüdiger Seyffarth das sagt, dann ist das so. Und das wissen auch alle, die ihn kennen. Kein Wunder also, dass sich der motorsportverrückte Mann aus Leimbach mit seinen Söhnen Tobias und Jan immer wieder Gedanken macht, was er für diesen Sport tun kann und damit gleichzeitig seinem Team im Querfurter Autohaus die Arbeitsplätze sichert.
Der neueste Coup des Dreigestirns ist eine Rennserie für den Nachwuchs. “Wir betreiben ja Motorsport auf hohem internationalen Niveau”, erklärt Rüdiger Seyffarth. Dabei habe man immer wieder festgestellt, dass gerade die jungen Rennfahrer, die aus dem Kartsport kommen, es immer schwer haben, genügend Geld aufzubringen, um ihren Sport in der nächsthöheren Klasse weiterführen zu können. Zudem fehlt ihnen eine ordentliche Ausbildung. “Daher wollen wir kostengünstigen Motorsport auf hohem Niveau bieten und diesen Leuten den Einstieg in den Automobilsport erleichtern”, sagt Seyffarth Senior. Gleichzeitig soll die neue Serie auch seine Werkstatt in Querfurt besser auslasten.
Das Team-Seyffarth machte sich also Gedanken, entwickelte ein “Arbeitsgerät” und machte sich auf die Suche nach einem Fahrzeug, das sich entsprechend der Pläne so umbauen lassen würde, dass ein Rennwagen für junge Fahrer daraus wird. Beim Autohersteller Citroën wurden sie fündig. Das Grundmodell C2 Coupee dreitürig entsprach genau den Vorstellungen. Seyffarths kauften 20 Autos und begannen mit dem Umbau. “In unserer Werkstatt ist eine Manufaktur entstanden, in der wir auch zwei Azubis neu einstellen konnten”, ist weiter von Rüdiger Seyffarth zu erfahren. Die Grundmodelle werden hier von Hand völlig auseinandergebaut. Am Ende sind sie zumindest von innen nicht wieder zu erkennen. Da werden Sicherheitsrahmen eingeschweißt, Kabelbäume erneuert, die Elektronik auf den neuesten Stand gebracht, ein Datenaufzeichnungsgerät installiert. Kurzum: es entsteht ein Rennwagen mit maximal 140 PS und einem Gewicht von 950 Kilo, die junge Fahrer ab 15 Jahren mit einer Sonderlizenz im Rennen fahren dürfen. Den Prototyp hat natürlich der erfolgreiche Rennfahrer Jan auf Herz und Nieren geprüft. Er ist zudem verantwortlich für die Fahrdynamik und das Marketing.
Die 20 Autos werden also künftig den C2 RaceCup fahren. Dort gibt es nur das Team Seyffarth Motorsport. Das Interesse von vielen jungen Fahrern, ein solches Auto zu besetzen, ist bereits geweckt, Schnupperkurse sind in Planung. Auch das Interesse der großen Motorsport-Dachverbände wie ADAC, AvD oder DMV konnte erregt werden. Von dort gibt es schon Signale eine Schirmherrschaft betreffend. Die Serie soll bei schon bestehenden Rennen als Zusatzangebot eingebracht werden.
Die Autos bleiben zwischen den Rennen in Querfurt stehen, werden hier (und an der Strecke) vom Technikerteam um Tobias Seyffarth betreut. “Um sie zu den Rennstrecken zu bringen, wird eine Spedition engagiert. Auch damit schaffen wir wieder Arbeit in der Region”, hakt Rüdiger Seyffarth, der Organisator und Planer, wieder ein. Das erste Rennen wird die Spediteure ins tschechische Most führen. Im Mai startet dort der 1. Lauf im neuen C2 RaceCup, dessen Wiege nun in Querfurt steht.







